Der Beauceron in der Familie

In den Büchern und Rassebeschreibungen wird der Beauceron als sehr guter Familienhund beschrieben, der aufgrund seines angeborenen Hüteinstinkts besonders den jüngsten und schwächeren Mitgliedern seiner "Herde" zugetan ist. Im Umgang mit erwachsenen Familienmitgliedern, die sich seiner Kräfte erwehren können, ist er im Spiel ungestüm und wild, kleinen Kindern und auch älteren Leuten begegnet er jedoch vorsichtig und fast zärtlich. Auch wird dieser Hund, der sich im Normalfall sehr freundlich gegenüber allen Menschen zeigt, seine Familie und deren Besitz mit aller Vehemenz beschützen und verteidigen.

Alle diese Eigenschaften kann ich aufgrund meiner jahrelangen Erfahrung im Umgang mit dieser Rasse nur bestätigen.

Aber alle hatten und haben eines gemeinsam - nämlich ihre bedingungslose Liebe zu Kindern. Nie habe ich erlebt, dass auch nur einer meiner Hunde auf Kinder anders reagiert hätte, als freundlich und geduldig. Natürlich sind sie - gerade in ihrer Jugendzeit, manchmal etwas ungestüm, und es kann schon vorkommen, dass ein Kleinkind, dessen Gesicht sich in Hundeschnauzenhöhe befindet, mal ordentlich "geputzt" (abgeschleckt) wird, aber stets wird der Beauceron dies nur aus Liebe und Zuneigung machen. Auch befolgt er die Kommandos der Kinder meist willig und lässt deren "Abrichtkurse" geduldig über sich ergehen, auch wenn sie stundenlang dauern.

Ich glaube, dass es diese Zuverlässigkeit ist, die ich an diesen Hunden besonders schätze. Es ist egal, ob ein Kind groß oder klein ist, ob es zur Familie gehört oder nicht, auch wenn er es zum ersten Mal sieht, oder auch wenn der Umgang mit Kindern nicht zu seinem Alltag gehört, der Beauceron wird ihm mit Liebe und Freundlichkeit begegnen.

Auch sonst ist der Beauceron ein richtiger "Familienhund". Er hält sich am liebsten dort auf, wo auch "seine" Menschen sind. Nie lassen sie mich aus den Augen, wirklich glücklich sind sie nur, wenn sie mitten im Geschehen sein dürfen. Natürlich bleiben sie auch mal ein paar Stunden alleine, wenn sie daran gewöhnt werden. Das sollte man einem Hund sowieso von klein auf beibringen, damit man später keine böse Überraschung erlebt, denn nicht immer kann man einen Hund überall mitnehmen.

Ich hoffe, Ihnen einen kleinen Einblick über den Beauceron als "Familienhund" gegeben zu haben. Ganz sicher wird jeder Beauceron- Halter meine eigenen Erfahrungen bestätigen können.

Wesen und Verhalten

Wenn Sie sich dafür entscheiden einen Beauceron in Ihr Haus aufzunehmen, haben Sie sich einen sehr sensiblen, aber im Wesen doch sehr starken Gefährten ausgesucht. Der Beauceron ist in der Regel ein sehr ehrlicher Hund, der jedem sofort zeigt, was er von ihm hält.

Er hat eine sehr hohe Schmerzgrenze, was bei einer ernsteren Krankheit oder Verletzung manchmal sehr nachteilig ist. Auch die Reizschwelle dieses Hundes liegt höher als bei den meisten anderen, und da er gleichzeitig sehr sensibel ist, kann man ihm kaum vormachen, dass man vor etwas Angst hätte, wenn es nicht wirklich auch so ist! Dafür aber reagiert er sofort, wenn tatsächlich Gefahr droht, und er wird mit all seiner Kraft und Ausdauer seine Lieben und deren Besitz vor möglichen Angreifern oder unerwünschten Eindringlingen schützen. Dieser sonst so freundliche Hund wird blitzschnell und mit Nachdruck zeigen, daß man sich im Ernstfall voll auf ihn verlassen kann. Er wird aber nie sofort angreifen, zuerst warnt er sehr eindrucksvoll mit einem aus tiefster Brust kommenden Geknurre, und alleine seine Erscheinung wird die Meisten davon abhalten, sich dann noch zu nähern!

Im Verhalten mit seinen Artgenossen ist der Beauceron-Rüde eher untolerant. Anderen Rüden begegnet er mit Dominanz, und falls diese nicht sofort bereit sind, sich unterzuordnen, dann scheut er auch vor einer Rauferei nicht zurück. Kleinhunde jedoch werden zumeist geringschätzig mit Verachtung gestraft, es scheint dem Beauceron nicht der Mühe wert zu sein, sich mit so einem Winzling abzugeben. Wenn sie gut sozialisiert sind und von Anfang an immer mit gleichgeschlechtlichen Artgenossen spielen können, ist es aber auch nicht auszuschließen, dass sie auch noch nach der Geschlechtsreife anderen Rüden freundlich begegnen. Im Prinzip ist es mit den Hündinnen genauso. Sie lassen sich meiner Erfahrung nach nur leichter sozialisieren. Auch Hündinnen neigen gerne zu dominantem Verhalten gegenüber anderen Hunden, jedoch lassen sie sich leichter in Ihre Schranken weisen, als Rüden. Bei der Anschaffung eines Hundes sollte man also dessen Geschlecht nach den eigenen Lebensumständen wählen, und nicht nur deshalb einen Rüden nehmen, weil er größer und kräftiger wird als die Hündin. Ihren Herrchen und Frauchen sind beide Geschlechter gleich zugetan, und wenn Ihr Durchsetzungsvermögen eher gering ist, dann werden Sie mit einer Hündin fast immer leichter zurechtkommen, als mit einem Rüden. Hündinnen lassen sich meistens einfacher erziehen als Rüden, und NUR EIN GUT ERZOGENER HUND IST AUCH EIN SCHÖNER HUND !

Haltung und Pflege

Der Beauceron ist ein sehr robuster Hund der in seinem Ursprünglichen Aussehen durch züchterische Eingriffe (Veredelung) nie wirklich verändert wurde. Das lässt ihn vielleicht etwas "wild" aussehen, kommt aber seiner Gesundheit sehr zugute. Er kann durchaus auch im Winter einige Stunden im Garten verbringen, ohne gleich krank zu werden. Natürlich muss man ihm ein trockenes, zugfreies Plätzchen bieten, wo er sich bei Schlechtwetter zurückziehen kann, aber grundsätzlich ist diese Rasse weder besonders hitze- noch kälteempfindlich.

Meiner eigenen Erfahrung nach zieht der Beauceron jedoch die kälteren Jahreszeiten vor. Auch wegen seines dunklen Fells sind ihm niedrige Temperaturen lieber wie pralle Sonne. Längere Spaziergänge im Sommer mache ich deshalb mit meinen Hunden nur frühmorgens oder spät am Abend. Tagsüber liegen sie meist faul im Garten herum, wobei sie sich auch schon mal ein sonniges Plätzchen suchen. Aber Bewegung kommt erst ins Rudel, wenn es abends kühler wird.

Die Pflege dieser Hunde ist einfach und nicht besonders zeitraubend. Durch ihr eher kurzes Fell genügt es, hin und wieder mit einer Bürste die abgestorbenen Haare herauszuholen. Gerade während des Fellwechsels sollte man dies vielleicht einmal täglich machen, da dieser dann schneller wieder vorbei ist. Besonderes Augenmerk jedoch muss man auf die Afterkrallen richten. Da diese nicht von selber "abgelaufen" werden können, muss man sie ab und zu kürzen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass der Welpe schon lernt, dass er stillzuhalten hat, wenn man ihm die Krallen schneidet. Ansonsten sollte man noch darauf achten, dass die Ohren sauber sind (sehr wichtig besonders beim unkupierten Beauceron), und das war's schon wieder. Die jährliche Schutzimpfung und ab und zu entwurmen sollte sowieso selbstverständlich sein

Quelle:www.beauceron.at(c) by Brigitte Strasser